In den Exceltabellen können Sie bei jedem Mühlenstandort zahlreiche Angaben machen. Für einen Mühlenlaien ist es teilweise schwierig, genaue Begriffe zuzuordnen, deshalb gibt es hier eine Begriffserklärung.

Windmühlenflügel

Segelgatterflügel Der Segelgatterflügel besteht aus einem Gitterkreuz aus Latten, das mit einem Segeltuch bespannt werden muss, um die Fläche aufzuspannen.
Türenflügel Die Flügelfläche wird hier durch große Holzbretter aufgebaut, die in die Gitter der Flügel eingehängt werden.
Jalousieflügel Jalousieklappen können auf- und eingeklappt werden, um dem Wind bei Bedarf mehr oder weniger Widerstand zu bieten.
Bilausche Ventikanten Moderner Flügeltyp mit einer besonders guten Ausnutzung der Windkraft.
Segelstangenflügel Dieses im Mittelmeerraum stark verbreitete einfache Flügelsystem besteht aus segelbespannten Stangenruten.


Windmühlentypen

Flutter Winzige Windmühle, die mit einer archimedischen Schraube Wasser pumpt.
Bockwindmühle Eine Bockwindmühle steht auf hölzernen Stützen "aufgebockt", das gesamte Gebäude kann gedreht werden.
Paltrockmühle Ähnlich wie bei einer Bockwindmühle wird das ganze Gebäude in den Wind gedreht, es ist aber rollend auf einem Schienenkranz gelagert.
Koker- oder Köcherwindmühle Die Mühle ist zweigeteilt, der obere Teil mit den Flügeln kann gedreht werden, der untere ist statisch. Die Königswelle ist von einem hölzernen Köcher umgeben.
Turmwindmühle Begriff für eine Mühle mit einem steinernen Mühlenturm. Bei Turmwindmühlen kann die Kappe nicht gedreht werden.
Erdholländer Ebenerdig gebaute Holländermühle. Vereinfacht gesagt kann bei Holländermühlen die Kappe mit den Flügeln gedreht werden. So gesehen sind alle Windmühlen hierzulande, die nicht unter die obigen 5 Kategorie fallen, Holländermühlen.
Wallholländer Die Mühle steht auf einem kleinen Erdwall. Wenn der Wall hoch genug ist, daß man mit einem Wagen durch das Tor unter der Mühle fahren kann, spricht man auch von einem Durchfahrtholländer.
Galerieholländer Die Mühle besitzt eine hölzerne Galerie am Turm, auf der man herumlaufen kann, um sich um die Flügel zu kümmern.
Windrad Wie man es aus den guten alten Westernfilmen kennt.

Wasserradtypen

Staberrad Ein Staberrad besitzt gerade Schaufeln, die aber rechts und links zwischen Radkränzen eingelassen sind.
Strauberrad Dieser Wasserradtyp besitzt gerade Schaufeln, ist unterschlächtig und besteht in der Regel aus Holz.
Sagebienrad Ein Sagebienrad besitzt sehr viele gerade Schaufeln, die aber leicht angewinkelt nach außen zeigen. Sehr seltener Wasserradtyp.
Ponceletrad Ein Ponceletrad hat gebogene Schaufeln, die zwischen Radkränzen eingelassen sind. Klassische Ponceleträder haben einen schräg angeordneten Stauschieber und sind unterschlächtig. Eher selten zu finden.
Zuppingerrad Die Schaufeln sind gebogen, dieser Wasserradtyp kann mittel und unterschlächtig sein. Recht häufig anzutreffen.
Turasrad Die Achse dieses Wasserrades ist nur auf einer Seite gelagert.
Stockrad (horizontal) Hauptsächlich in den Bergen zu finden bei sogenannten Stockmühlen.

Turbinentypen

Francisturbine Der Wasserzulauf wird durch bewegliche Leitschaufeln reguliert, nur das innere Zentrum dreht sich. Das Wasser wird nach dem Passieren der Turbine durch ein Rohr abgeführt. Ist der am häufigsten anzutreffende Turbinentyp an Wassermühlen.
Peltonturbine Die Peltonturbine sieht wie ein Schaufelrad aus. Man findet sie dort, wo ein großes Gefälle herrscht, hauptsächlich in den Bergen oder bei Pumpspeicherwerken.
Kaplanturbine Eine Kaplanturbine ähnelt einer Schiffschraube. Sie wird hauptsächlich in großen Stauvorrichtungen eingesetzt, wo viel Wasser und wenig Gefälle vorhanden ist. Bei Wassermühlen sehr selten zu finden.
Ossbergerturbine Die Ossbergerturbine, häufig auch Durchström- oder Bankiturbine genannt, besitzt ein sehr breites Laufrad und ist bei Wassermühlen der zweithäufigste Turbinentyp nach der Francisturbine.
Fontaine Turbine Fast ausgestorbener Turbinentyp, der Wasserzulauf wurde durch Lederriemen reguliert, die man auf- und abrollen konnte.
Schwamkrug Turbine Das Wasser wird durch ein Druckrohr in das Zentrum der Turbine geleitet.

Wasserantrieb

oberschlächtig Das Wasser wird von oben über den Achsenmittelpunkt auf das Rad geleitet. Durch die Ausnutzung der Gewichtskraft des Wassers sind diese Wasserräder sehr effektiv.
alpiner Schnellläufer Das Wasser wird von oben an das Rad geleitet, aber über ein steiles Schußgerinne. Dadurch kann eine sehr starke Stoßkraft ausgenutzt werden.
rückschlächtig Vom Prinzip her ähnlich wie ein oberschlächtiges Wasserrad, das Wasser gelangt aber vor der Radachse auf das Rad und das Rad dreht sich entgegengesetzt zu einem analogen oberschlächtigen Rad.
mittelschlächtig Hier wird das Wasser etwa in Höhe der Wasserradachse auf das Rad geleitet.
unterschlächtig Das Wasser gelangt von unten an das Rad, unterhalb der Wasserradachse. Es wirkt in der Regel nur die Stoßkraft, daher ist es nicht sehr effizient.
Schiffmühle Eine Art Hausboot mit der Mühleneinrichtung im Inneren ankert auf dem Fluß, das große Wasserrad wird von der Strömung angetrieben.
Gezeitenmühle Dieser Mühlentyp wurde durch den Höhenunterschied des Wassers zwischen Ebbe und Flut angetrieben.

Sonstige Mühlen

Pferdegöpel Ein Pferd wandert im Kreis und treibt dadurch die Mühlentechnik an.
Handantrieb In unterentwickelten Regionen der Erde werden manche Mühlen noch von menschlicher Muskelkraft angetrieben.